Ingenieure sind in der Regel als Angestellte in einem Unternehmen tätig oder bieten ihre Dienstleistung auf der Basis der Selbstständigkeit an. Selbständige sind grundsätzlich zum Abschluss einer privaten Krankenversicherung berechtigt. Angestellte liegen in ihrem Einkommen in der Regel über der Versicherungspflichtgrenze. Sie können sich in diesem Fall von der Versicherungspflicht befreien lassen und eine private Krankenversicherung abschließen.

Ob sich der Abschluss einer privaten Krankenversicherung für Ingenieure in finanzieller Hinsicht lohnt oder nicht, hängt vom Lebensalter, vom Gesundheitszustand und natürlich auch von der beruflichen und familiären Situation ab. Ein angestellter Ingenieur erhält grundsätzlich den Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung, auch wenn er sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, der Selbständige muss den Beitrag alleine aufbringen. Bis zu einem Lebensalter von etwa 40 Jahren sind die Beiträge der privaten Krankenversicherung für einen Ingenieur zumeist günstiger, die Leistungen die dafür in Anspruch genommen werden können, sind optimal. Müssen Familienmitglieder mitversichert werden, so fällt für jedes Familienmitglied ein gesonderter Beitrag an. Die private Krankenversicherung gewährt hierfür allerdings großzügige Rabatte. Für einen angestellten Ingenieur kann die private Krankenversicherung unter Berücksichtigung des Arbeitgeberanteils trotzdem noch immer die bessere und oft auch günstigere Wahl bedeuten. Ein selbständiger Ingenieur, der keine Familie mitversichern muss, kann durch die private Krankenversicherung ebenfalls hohe Summen einsparen bei gleichzeitig optimaler Gesundheitsversorgung.
Die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung kann für Ingenieure unter Umständen die finanziell günstigere Variante sein, sofern mehrere Faktoren zusammentreffen. Müssen Familienmitglieder mitversichert werden, so sind sie im Rahmen der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert. Auch in fortgeschrittenem Lebensalter kann die gesetzliche Krankenversicherung unter Umständen günstiger sein als die private Krankenversicherung. Gleiches gilt für das berufliche Risiko des Ingenieurs. Ein Ingenieur, der im Wesentlichen am Schreibtisch arbeitet, unterliegt einem geringeren Risiko als ein Ingenieur, der im Ausland auf einer Bohrinsel im technischen Bereich tätig ist. Die gesetzliche Krankenkasse erhebt zudem keine Risikozuschläge, sofern bereits Vorerkrankungen bekannt sind und verlangt keine Gesundheitsprüfung. Die Beiträge für die gesetzliche und private Krankenversicherung sollten also unter Berücksichtigung aller Lebensumstände einander gegenüber gestellt werden, um die günstigste und beste Entscheidung treffen zu können.
Ingenieure tragen zumeist ein hohes Maß an Verantwortung und benötigen im Krankheitsfall bestmögliche medizinische Versorgung. Bei Selbständigen muss ein eventueller Verdienstausfall durch Krankentagegeld abgedeckt werden. Ingenieure, die sich für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, sollten aus diesem Grund die Krankenzusatzversicherung in Erwägung ziehen, um sich im Ernstfall nicht mit dem geringen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse zufrieden geben zu müssen, der nur wirklich medizinisch notwendige Regelleistungen enthält. Durch die Krankenzusatzversicherung profitiert auch der gesetzlich versicherte Ingenieur von den gleichen Vorteilen, die privat Versicherten zugute kommen.