Die IKK gehört neben den Allgemeinen Ortskrankenkassen, Betriebskrankenkassen und Ersatzkassen zum Apparat der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist die IKK selbstverwaltend, wobei einige gesetzlich vorgeschriebene Leistungsaspekte aufgegriffen werden müssen. Eine Vielzahl der Innungskrankenkassen stammt aus sogenannten Gesellenbruderschaften, die seinerzeit als selbstständige Zweckorganisationen galten und gesundheitsorientierte Funktionen übernahmen — vergleichbar mit heutigen Krankenkassen, allerdings im deutlich begrenzten Spektrum. Im Zuge der Einführung des gesetzlichen Krankenversicherungssystems wandelte sich auch die IKK ein Stück weit, sodass sie ab 1892 als Zuweisungskassen auftrat. Mitarbeiter in Innungen wie auch Handwerkerverbänden und Zünften wurden — sofern das betreffende Unternehmen einer solchen Organisation angehörte — standardisiert Mitglied der IKK. Somit gehörten die Innungskrankenkassen zunächst zu den geschlossenen Krankenkassen, was sich im Zuge der Öffnungsmöglichkeit änderte. Mittlerweile sind viele IKK dezentralisiert und regionsbezogen aktiv. Als mittlerweile offene Kasse stehen die Innungskrankenkassen jeder versicherungspflichtigen wie auch freiwillig versicherten Person mit ihrem Leistungsbereich zur Verfügung.
Mit mehreren Millionen Mitgliedern gehören die IKK zu den größten Krankenversicherern in Deutschland. Der überregionale Bundesverband gliedert seine Kompetenzen in Landesgruppen, die aufgrund einer relativ individuellen Strukturierung zentrale gesetzliche Leistungen mit ortsbezogenen Erfordernissen verbinden können. So tritt die IKK Nord offensichtlich anders auf als die Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin. Hier wird der Innungscharakter deutlich, wobei das Servicespektrum der IKK sowohl Familien wie auch Berufsstarter, Singles oder Selbstständige erreicht. Ähnlich wie die AOK oder auch BKK bieten die IKK neben obligatorischen Gesundheitsleistungen Zusatzleistungsmodelle an, wobei die Struktur des Angebots regional variieren kann. Viele Innungskrankenkassen unterscheiden ihre Mitglieder somit auch nach Wohnregion oder Einzugsgebiet. Diese dezentrale Struktur zeigt sich beim Blick auf die Details. Die Vereinigte IKK mit Standort Düsseldorf bietet ihre Leistungen bundesweit an — ebenso wie die Innungskrankenkasse gesund plus mit Niederlassung in Magdeburg —, wohingegen die IKK Südwest mit Sitz in Saarbrücken ausschließlich die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland betreuen kann.